Aktuelles

Dr. Bianchi

Die Tangostunden haben uns voll im Griff, die Zeit vergeht, obwohl es anstrengend ist, wie im Fluge, alle möglichen Kleinigkeiten brauchen mehr Zeit als man denkt, und so kommen wir zu nicht viel mehr in dieser Woche als tagsüber zu Kursen und am Abend noch kleine Runden zu drehen.

Unser Urlaub geht langsam seinem Ende zu und wir versuchen noch die vielen Pläne die wir haben einzubauen in die kurze Zeit.

Freitag, pünktlich zum Wochenende, fängt mein Zahn an zu muckern und wir machen Bekanntschaft mit einem tollen Zahnarzt, der röntgt und uns eine halbe Stunde berät, eine aufgelöste Maike beruhigt und am Ende einfach gar nichts dafür haben will.

Medizinische Versorgung läuft hier noch ein bisschen anders als bei uns, wo wohl kaum ein Ausländer ohne Cash behandelt wird.

Das sind dann halt so die anderen Erfahrungen die wir hier machen.

Naveira & Ladrones

Heute ist Montag und die Woche mit Naveira beginnt. Wir freuen uns schon sehr darauf, auch wenn man eine Spur Masochismus dafür braucht.
Am Nachmittag haben wir dann das erste Mal persönlich eine Begegnung mit einem Ladron. Wir laufen in der Menge die Corrientes entlang, als ich spüre, dass mein Rucksack eine ungewöhnliche Bewegung macht. Ich drehe mich um und sehe einen Typen hinter mir, der seinen Pullover halb über meinem Rucksack hat fallen lassen. Das war aber kein Missgeschick, wie sich herausstellte. Ich erwischte ihn am Arm, was er sich zu meinem späteren großen Erstaunen auch gefallen ließ, und stellte fest, dass ein Reißverschluß von meinem Rucksack offen war. Glücklicherweise hatte ich die Sache rechtzeitig bemerkt und es fehlte nichts, woraufhin wir den Mistkerl zum Teufel wünschten und erst einmal versuchten, uns zu beruhigen. Die krassen Gegensätze von Armut und Reichtum auf sehr engem Raum erschüttern immer wieder. Unser Dieb gehörte aber offensichtlich nicht zu den ganz Armen. Wir sehen ihn eine halbe Stunde später in einer Seitenstraße in einem Café sitzen. Vielleicht hatte er aber auch sein Tagwerk geschafft..
Es ist eine hässliche Geschichte, solche Dinge passieren aber in allen Touristenzentren dieser Welt. Ich schnalle mir meinen Rucksack von nun an auf den Bauch und schaue mir die Leute um mich herum noch etwas genauer an.

Abends gehen wir zu Color Tango in den Salon Canning. Wir haben sie seit zwei Jahren nicht mehr gehört und sind total beeindruckt und berührt. Vor allem auch von ihrem großartigen superjungen Sänger, der noch besser geworden ist. Leider ist es im Canning ungewöhnlich leer und es kommt keine angemessene Stimmung auf.

Santa Fe

Donnerstag und Freitag sind bei uns Tangotage und wir verbringen die ganze Zeit im Studio.

Freitagnacht um  0:40 Uhr geht es dann mit dem Schlafbus ab Retiro Richtung Santa Fe.
Wir fahren mit Mareile und Matthias, ein paar Leuten aus Bs.As. und Venezuela  auf Einladung von Hector und Silvina in deren Heimet um dort eine Show von ihnen im Theater zu sehen. Die Fahrt dauert 6 Stunden und ist an sich schon ein Erlebnis, weil die Busse einfach so cool sind (allerdings auch kühl). Wir kommen am Samstag um halb sieben an und werden von Gonzalo und Marielle empfangen. Frühstück in einem wunderschönen Café, danach ins Hotel und nachschlafen. Anschließend laufen wir bei brütender Hitze zum Hafen. Die Stadt liegt an einem Nebenfluß des Rio Paraná, den wir gerne sehen möchten. Leider sieht man mehr Geschäfte als Fluß, aber wenigstens ein bisschen Fluß für die Norddeutsche Seele. Dann treffen wir Mareile und Matthias, machen zusammen einen Stadtrundgang und trinken Bier.
Theater in Santa Fe – wir sitzen im Parkett, es gibt 3 Galerien und es ist sehr schön hier. Wir tippen auf mehr als 600 Plätze und es ist ausverkauft.

Dann die Show. „Begleitband“ ist das Sexteto Milonguero. Es tanzen: Gonzalo & Marielle, Sebastian & Eugenia und Hector & Silvina und das Sexteto heitzt mächtig ein und das Publikum ist begeistert.

Nach der Show gehen wir mit den Künstlern und deren Familien und Gästen zum Essen und gegen 4 ins Bett.
Nach dem Aufwachen geht es zur Parilla am Fluß zum Frühstücken…. Wir werden mit allen möglichen, super zubereiteten, Bestandteilen einer Kuh gemästet und fahren dann mit dem Bus wieder nach hause. Wir sitzen im Doppeldeckerbus oben und ganz vorne und haben vor uns nur eine riesige Fensterscheibe und viel Landschaft.

Grüße über den Ozean

Wir freuen uns ganz sehr, dass offensichtlich in der Esquina alles super funktioniert. Einen ganz lieben Gruß an die vielen tollen Helfer und HelfershelferInnen. So wie sich das für uns darstellt, sind es wohl in der Hauptsache die –Innen, und André ist so eine Art „Hahn im Korb“. Da wir wissen, dass auch ein schönes Leben Kräfte zehrt, möchten wir Dir zurufen – Lieber André, halte durch! Und liebe Birgit, gute Besserung!
Die „kleineren“ Probleme mit der Organisation der Kurse lösen sich offensichtlich wie von selbst… Spezieller Dank an die Lichtgestalten!

Dienstag war bei uns Haustag, waschen, einkaufen usw. Danach hatten wir eine Einzelstunde bei Silvina. Also weiter nix als Arbeit. Vielleicht seht ihr, wenn wir zurück sind, was daraus geworden ist.

Und dann ging es am Mittwoch gleich weiter mit einer Einzelstunde bei Dana. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie wir innerlich und äußerlich geschwitzt haben. Am Ende bleiben dann ah-Effekte und ein Gefühl nach Meer (h).
Als Einstieg in den Abend war ein Konzert mit dem Orquesta Tipica Misteriosa Bs.As. geplant. Das ist eine „Splittergruppe“ vom uns in guter Erinnerung gebliebenen OT Fervor de Bs.As. Sie spielten im Torquato Tasso und wir hatten uns dort mit unseren Grazer Freunden Holger und Vesna verabredet. Das Konzert war super. Als Zuhörer waren auch noch andere Musiker da und so ergab es sich, dass wir mit dem mysteriösen Sänger und Julio von Astillero in einer Bar hängen geblieben sind. Nach heißen, hochemotionalen Diskussionen zu zwei sehr interessanten kulturellen Unterschieden zwischen Europäern und Südamerikanern, war dann nix mehr mit tanzen gehen, aber das wäre auch zu viel des Guten gewesen.

Hier eine kurze Zusammenfassung des Disputs:
folgt später

Montag

Ich spaziere in Zickzacklinien durch die Stadt unter anderem auf der Suche nach…genau!… und entdecke tolle Viertel und unglaubliche Strassenzüge, und treffe Freunde beim Kurs im Dni.

Nach Fein- oder ist es doch noch Grobjustierung ..? durch Pedro und Carolina, verwechseln wir hasta mit desde und verpassen so, nachdem wir die Zeit vertrödelt haben einen Abend Tanz und Freunde treffen.

Hungrig streifen wir mitten in der Nacht durch unser Viertel auf der Suche nach einer noch offenen Bar oder ähnlichem und müssen feststellen das auch in Buenos Aires in bestimmten Stadtteilen der Tag ein Ende hat.

Pech gehabt.

Sonntag

heute will die Welt untergehen, so regnet und gewittert es.
Zwischen den Güssen schaffen wir es einmal zum Parque Centenario und dann müssen wir ein Taxi nachhause nehmen so schüttet es.
Wir kaufen Bier und Brot und bleiben zuhause.

Samstag

Nachdem wir eine lange Liste Schuhe bestellt haben, was immer einigermaßen nervenaufreibend ist, und ein touristenpreisiges Frühstück zu uns genommen haben, gehen wir wohlverdientermaßen noch einmal schlafen und verschlafen fast die Klasse von Nancy und Damian in der Villa Malcolm. Gut, das wir es noch geschafft haben, war toll.

Mareile und Matthias sind auch da und wir fahren anschließend gemeinsam ins Sunderland.

Eduardo Capussi und Mariana Flores treten auf, aber wir haben es nicht gewusst, Ehrenwort. Es ist einfach schön und unglaublich sie tanzen zu sehen. Sehr speziell und sehr persönlich.

Wetterleuchten auf dem Balkon zum einschlafen.

Ein normaler Abend in Südamerika

Heute haben wir eine Einzelstunde bei Hector Corona. Für uns überraschend kommt auch Silvina noch dazu.
2 Lehrer und 2 Schüler, wir spüren die Hitze kaum und merken erst nach der Stunde, wie intensiv das war.
Nach einer kleinen Pause zur Entspannung mit Café para dos und ein paar Medialunas verfolgt Maike das Projekt „Schuhe für die Erfurter Ladys“ weiter. Ich fahre nach Hause und ziehe mich zu einem kleinen Schläfchen zurück.
Später wollen wir uns mit Paulina und Exequiel treffen und uns in unserem Viertel einen Corso de Carneval ansehen. Leider sagt Paulina kurz vorher ab und es stellt sich dann heraus, dass der Corso auch erst morgen sein wird. Auf diese Weise verpassen wir ein Konzert des Sexteto Milonguero in der Glorieta, und einen Karnevalsumzug plus angenehme Gesellschaft und beschließen nun, einen ruhigen Abend einzulegen.

Cochabamba 444

Wir waren heute bei der Technik-Stunde im DNI und hatten Zeit und Gelegenheit, uns auf einige wenige kleine Details zu konzentrieren. Schade, dass es diesen Workshop nur einmal pro Woche gibt.
Danach holen wir Alexander ab und gehen mit ihm in die Bolivar um uns die neue Gruppe um Nicolass, dem Saxophonisten, anzuhören. Es gibt Musica Cubana, gespielt von 4 tollen Musikern. Anschließend laufen wir zur Cochabamba 444. Das ist eine gemütliche Milonga in der sehr gute und weniger gute Tänzer und Tänzerinnen „sozial“ miteinander tanzen. Anna, die Betreiberin, erkennt uns wieder und begrüßt uns sehr herzlich. Natürlich treffen wir auch hier wieder „alte Bekannte“. Wir haben gerade einen Platz gefunden, da lacht uns Esteban vom Orquesta Tipica Fervor de Bs.As. an und freut sich genauso sehr wie wir.
Außerdem sitzt zur großen Freude von Maike Eduardo Capussi in einer Ecke. Er hat hier Kurse gegeben und wird später für alle einen Tanz aufführen.

Hector & Silvina

Wir gehen zur Klasse von Hector & Silvina. In einem alten sakralen Bau geben sie Unterricht auf der Terrasse. Es ist sehr schön, bei etwas Wind draußen zu kursen und danach bleiben wir noch ein bisschen da und trinken mit den anderen Kursteilnehmern und den beiden Lehrern Bier. Sehr nett.

In der Maldito Milonga, dem Club von el Afronte lassen wir den Abend ausklingen. Es ist supervoll und superlaut und trotz der vielen auch sehr guten Tänzer ist es auf der Tanzfläche ziemlich unruhig.